Macht das Projekt Sinn? #18

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opened 8 months ago by davidak · 2 comments
davidak commented 8 months ago
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Wegen Mangelung an negativem Feedback muss ich das Projekt selbst in Frage stellen. Da ich Depression hab passiert das praktisch von selbst. 😬

Zu prüfen ist:

  • Ist das Projekt überhaupt geeignet das Ziel zu erreichen?
  • Können die Kriterien überhaupt objektiv bewertet werden?
  • Wenn alle Kriterien erfüllt sind, ist ein Software-Projekt dann wirklich gute Software? Oder fehlt noch was? (Kategorie Qualität, Sicherheit, ...)
  • Sollte es mit Bewertungen einzelner Benutzer kombiniert werden? Wie sieht ein gutes Review aus? Qualität statt Quantität. Macht es Sinn möglichst viele Reviews zu haben oder reichen wenige (z.B. 5) ausführliche? Das ist eine grundsätzliche Frage.
  • Machen Gütesiegel als Konzept Sinn? (Community Project funktioniert auch ohne Freie Software oder Nachhaltigkeit, aber Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Freie Software)
  • Gütesiegel mit Bronce, Silver und Gold level?
  • Interessiert es Benutzer überhaupt, ob etwas ein Community- oder Nachhaltiges-Projekt ist? Es bedeutet nicht automatisch, dass auch die Qualität gut ist. Proprietäre Software wie Davinci Resolve wird sicher als gut empfunden, ist aber komplett proprietär (es gibt kostenlose version)

Nächste Schritte:

  • Kriterien komplett auf die Webseite
  • Eventuell Kategorien statt einzelne Badges. Letztendlich gehört alles zusammen (zumindest meiner meinung nach, aber interessiert die jemand?)
  • Erste Software bewerten
  • Dudurch merken, ob Kriterien funktionieren

Ich hätte mich gefreut, wenn jemand anderes dieses Issue aufgemacht hätte. Jetzt musste ich es selbst machen. Eventuell kommt das bei anderen nicht gut an, wenn man ihr Projekt derart in Frage stellt. Aber hier geht es nicht um mich oder mein Projekt, sondern um das Ziel. Und wenn dieses Projekt nicht geeignet ist das Ziel zu erreichen, möchte ich das frühzeitig wissen, um den Kurs zu ändern, ohne viel Zeit verschwendet zu haben. Ich glaub das nennt man dann Agile Entwicklung.

In diesen Sinne: Ich bin an weiteren kritischen Fragen interessiert!

Wegen Mangelung an negativem Feedback muss ich das Projekt selbst in Frage stellen. Da ich Depression hab passiert das praktisch von selbst. 😬 Zu prüfen ist: - Ist das Projekt überhaupt geeignet das Ziel zu erreichen? - Können die Kriterien überhaupt objektiv bewertet werden? - Wenn alle Kriterien erfüllt sind, ist ein Software-Projekt dann wirklich gute Software? Oder fehlt noch was? (Kategorie Qualität, Sicherheit, ...) - Sollte es mit Bewertungen einzelner Benutzer kombiniert werden? Wie sieht ein gutes Review aus? Qualität statt Quantität. Macht es Sinn möglichst viele Reviews zu haben oder reichen wenige (z.B. 5) ausführliche? Das ist eine grundsätzliche Frage. - Machen Gütesiegel als Konzept Sinn? (Community Project funktioniert auch ohne Freie Software oder Nachhaltigkeit, aber Nachhaltigkeit funktioniert nicht ohne Freie Software) - Gütesiegel mit Bronce, Silver und Gold level? - Interessiert es Benutzer überhaupt, ob etwas ein Community- oder Nachhaltiges-Projekt ist? Es bedeutet nicht automatisch, dass auch die Qualität gut ist. Proprietäre Software wie Davinci Resolve wird sicher als gut empfunden, ist aber komplett proprietär (es gibt kostenlose version) Nächste Schritte: - Kriterien komplett auf die Webseite - Eventuell Kategorien statt einzelne Badges. Letztendlich gehört alles zusammen (zumindest meiner meinung nach, aber interessiert die jemand?) - Erste Software bewerten - Dudurch merken, ob Kriterien funktionieren Ich hätte mich gefreut, wenn jemand anderes dieses Issue aufgemacht hätte. Jetzt musste ich es selbst machen. Eventuell kommt das bei anderen nicht gut an, wenn man ihr Projekt derart in Frage stellt. Aber hier geht es nicht um mich oder mein Projekt, sondern um das Ziel. Und wenn dieses Projekt nicht geeignet ist das Ziel zu erreichen, möchte ich das frühzeitig wissen, um den Kurs zu ändern, ohne viel Zeit verschwendet zu haben. Ich glaub das nennt man dann Agile Entwicklung. In diesen Sinne: Ich bin an weiteren kritischen Fragen interessiert!

Hi David,

ich sag's ungern, aber Herr Wirth war da vor Jahrzehnten bereits verzweifelt – https://darknet.mro.name/1994-wirth-explosion.txt.

Qualität und Software hat keine Tradition im Mainstream. In der Demoszene, sicher. Suckless wohl auch. Aber im Mainstream heute genauso schräg wie 1980 'Bio' Lebensmittel.

Aber ich denke da kommt was, aber halt in der Nische.

Hi David, ich sag's ungern, aber Herr Wirth war da vor Jahrzehnten bereits verzweifelt – https://darknet.mro.name/1994-wirth-explosion.txt. Qualität und Software hat keine Tradition im Mainstream. In der Demoszene, sicher. Suckless wohl auch. Aber im Mainstream heute genauso schräg wie 1980 'Bio' Lebensmittel. Aber ich denke da kommt was, aber halt in der Nische.
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Interessanter Text. Vielen Dank!

Ein paar Gedanken dazu:

Ich glaube er ist nicht mehr ganz zeitgemäß, weil nicht mehr nur dafür ausgebildete Menschen Computer benutzen, sondern jeder Mensch. Dadurch ist eine große Anfordenung, dass eine Software mit möglichst wenig Einarbeitung bedient werden kann, im besten Fall ohne Einarbeitung. Und auch im professionellen Bereich (z.B. Videoschnitt, Fotobearbeitung, CAD) ist solche Software erfolgreich, die dem Benutzer nicht im Weg steht, sondern intuitiv zu bedienen ist.

Aus meiner Sicht ist heutzutage UX das Wichtigste für den Erfolg von Software. Dadurch kann man sich von der Konkurrenz abheben und Benutzer können effizient mit der Software arbeiten. Die Software muss natürlich grundsätzlich funktionieren.

Wenn der Benutzer nicht weiss, wie er eine Aufgabe mit einer Software erledigt, hat diese für ihn keinen Wert, auch wenn sie perfekt für die Aufgabe geeignet wäre. Wenn der Benutzer erst ein Handbuch lesen muss oder gar den Support kontaktieren, stellt das eine Hürde dar. Das stellt auch Herr Wirth fest.

Dennoch bezeichnet er Benutzerfreundlichkeit, etwa Icons, überlappende Fenster, visuelles Feedback von Aktionen als "Verzierungen und Firlefanz".

Etwas widersprüchlich erscheint mir da der spärere Absatz:

Der erste Grundsatz war, sich auf das Wesentliche zu kon-
zentrieren und das Nebensächliche wegzulassen, auf Aus-
schmückungen (zumindest vorerst) konsequent zu verzich-
ten. Zum Beispiel hatten wir die Benutzerinteraktion im Ba-
sissystem auf textuelle Information beschränkt und Grafi-
ken, Bilder und „icons“ weggelassen.

Das "vorerst" verstehe ich so, dass er es grundsätzlich später hinzufügen würde, es also doch einen Wert hat.

Auch ist es heutzutage eine absolute Nische, dass Menschen einen Computer ohne Icons und überlappende Fenster benutzen. Das geht mit Window-Managern und Konsolenprogrammen. Ich hab eine Woche auf der Arbeit (als Admin) i3 benutzt und kam garnicht zurecht. Auch erscheint es mir bei meinen Aufgaben nicht sinnvoll, den Computer die Fenstergröße und -form bestimmen zu lassen. Es entsteht der Eindruck, dass viele dieser Menschen es nur machen, um elitär zu wirken. Eventuell ist eine reine Tastaturbedienung in manchen Fällen aber tatsächlich effizienter. Aber selbst Wirth sieht eine einfache Bedienung mit der Maus als besser an:

Die zu ersetzenden Module
werden in der Meldung aufgelistet, so daß der gesamte
Installationsvorgang mit einigen wenigen Maus-Klicks
erledigt wird, ohne einen einzigen Tastendruck auf der
Tastatur.

Ich stimme ihm bei den Gründen für schlechte Qualität zu.

  • Die erste Software in einem Bereich gilt als Standard, dadurch gibt es Zeitdruck möglichst schnell zu veröffentlichen
  • Es werden immer mehr Funktionen hinzugefügt, teilweise ohne dass sie zum Konzept passen, weil Kunden sie wünschen
  • Entwicklerzeit kostet Geld. Im Sinne der Profitmaximierung wird daran gespart. Es werden weniger qualifizierte Entwickler eingestellt (ich hab erlebt, dass große kundenprojekte mit von praktikanten und azubis umgesetzt wurden) und auf Qualitätssicherung wird komplett verzichtet (können ja die entwickler machen, tun sie aber nicht)

Diesen Marktdruck und kapitalistische Zwänge gibt es bei Freier Software nicht so stark.

Wie gesagt finde ich UX sehr wichtig. Da ist Apple Vorreiter mit macOS und iOS. Das wissen vor allem Kreative zu schätzen, es kann sich aber nicht jeder leisten.

Als Grund für die gute UX sehe ich weniger die Wahl der Programmiersprache oder guten Code, sondern ein konsistentes Design der GUIs. Entwickler können auf System APIs und Libraries zurückgreifen für viele Funktionen und es gibt Human Intenface Guidelines (HIG), wodurch Benutzer sich in neuen Programmen schnell zurecht finden.

Die gibt es auch z.B. bei GNOME oder elementary OS, weswegen es auch dort eine gute Benutzererfahrung gibt. Es gibt Programme, die speziell für die Desktop-Umgebungen geschrieben wurden. Andere (von KDE oder mit Electron) wirken oft wie Fremdkörper.


Qualität und Software hat keine Tradition im Mainstream.

Das kann man so sagen. Vielen Menschen ist es sicher einfach egal. Vielleicht weil sie sich generell nicht auskennen und es garnicht bewerten können, weil sie bessere Alternativen schlicht nicht kennen oder weil sie es sich nicht leisten können (Apple Ökosystem, Profi-Software).

Aber ich denke da kommt was, aber halt in der Nische.

Siehst du da konkret etwas, dass du benennen kannst?

Ich sehe einige Entwickler, die sehr begeistert von funktionaler Programmierung sind, da das zu weniger Fehlern führt. Am Markt ist das aber eher eine Nische. Einige Fintech-Firmen nutzen es z.B.

Auch haben moderne Sprachen wie Rust und Go nicht die Probleme, die C hat. Die sind bei Entwicklern durchaus beliebt und werden auch am Markt häufiger eingesetzt.

Interessanter Text. Vielen Dank! Ein paar Gedanken dazu: Ich glaube er ist nicht mehr ganz zeitgemäß, weil nicht mehr nur dafür ausgebildete Menschen Computer benutzen, sondern jeder Mensch. Dadurch ist eine große Anfordenung, dass eine Software mit möglichst wenig Einarbeitung bedient werden kann, im besten Fall ohne Einarbeitung. Und auch im professionellen Bereich (z.B. Videoschnitt, Fotobearbeitung, CAD) ist solche Software erfolgreich, die dem Benutzer nicht im Weg steht, sondern intuitiv zu bedienen ist. Aus meiner Sicht ist heutzutage UX das Wichtigste für den Erfolg von Software. Dadurch kann man sich von der Konkurrenz abheben und Benutzer können effizient mit der Software arbeiten. Die Software muss natürlich grundsätzlich funktionieren. Wenn der Benutzer nicht weiss, wie er eine Aufgabe mit einer Software erledigt, hat diese für ihn keinen Wert, auch wenn sie perfekt für die Aufgabe geeignet wäre. Wenn der Benutzer erst ein Handbuch lesen muss oder gar den Support kontaktieren, stellt das eine Hürde dar. Das stellt auch Herr Wirth fest. Dennoch bezeichnet er Benutzerfreundlichkeit, etwa Icons, überlappende Fenster, visuelles Feedback von Aktionen als "Verzierungen und Firlefanz". Etwas widersprüchlich erscheint mir da der spärere Absatz: >Der erste Grundsatz war, sich auf das Wesentliche zu kon- zentrieren und das Nebensächliche wegzulassen, auf Aus- schmückungen (zumindest vorerst) konsequent zu verzich- ten. Zum Beispiel hatten wir die Benutzerinteraktion im Ba- sissystem auf textuelle Information beschränkt und Grafi- ken, Bilder und „icons“ weggelassen. Das "vorerst" verstehe ich so, dass er es grundsätzlich später hinzufügen würde, es also doch einen Wert hat. Auch ist es heutzutage eine absolute Nische, dass Menschen einen Computer ohne Icons und überlappende Fenster benutzen. Das geht mit Window-Managern und Konsolenprogrammen. Ich hab eine Woche auf der Arbeit (als Admin) i3 benutzt und kam garnicht zurecht. Auch erscheint es mir bei meinen Aufgaben nicht sinnvoll, den Computer die Fenstergröße und -form bestimmen zu lassen. Es entsteht der Eindruck, dass viele dieser Menschen es nur machen, um elitär zu wirken. Eventuell ist eine reine Tastaturbedienung in manchen Fällen aber tatsächlich effizienter. Aber selbst Wirth sieht eine einfache Bedienung mit der Maus als besser an: >Die zu ersetzenden Module werden in der Meldung aufgelistet, so daß der gesamte Installationsvorgang mit einigen wenigen Maus-Klicks erledigt wird, ohne einen einzigen Tastendruck auf der Tastatur. Ich stimme ihm bei den Gründen für schlechte Qualität zu. - Die erste Software in einem Bereich gilt als Standard, dadurch gibt es Zeitdruck möglichst schnell zu veröffentlichen - Es werden immer mehr Funktionen hinzugefügt, teilweise ohne dass sie zum Konzept passen, weil Kunden sie wünschen - Entwicklerzeit kostet Geld. Im Sinne der Profitmaximierung wird daran gespart. Es werden weniger qualifizierte Entwickler eingestellt (ich hab erlebt, dass große kundenprojekte mit von praktikanten und azubis umgesetzt wurden) und auf Qualitätssicherung wird komplett verzichtet (können ja die entwickler machen, tun sie aber nicht) Diesen Marktdruck und kapitalistische Zwänge gibt es bei Freier Software nicht so stark. Wie gesagt finde ich UX sehr wichtig. Da ist Apple Vorreiter mit macOS und iOS. Das wissen vor allem Kreative zu schätzen, es kann sich aber nicht jeder leisten. Als Grund für die gute UX sehe ich weniger die Wahl der Programmiersprache oder guten Code, sondern ein konsistentes Design der GUIs. Entwickler können auf System APIs und Libraries zurückgreifen für viele Funktionen und es gibt Human Intenface Guidelines (HIG), wodurch Benutzer sich in neuen Programmen schnell zurecht finden. Die gibt es auch z.B. bei GNOME oder elementary OS, weswegen es auch dort eine gute Benutzererfahrung gibt. Es gibt Programme, die speziell für die Desktop-Umgebungen geschrieben wurden. Andere (von KDE oder mit Electron) wirken oft wie Fremdkörper. --- >Qualität und Software hat keine Tradition im Mainstream. Das kann man so sagen. Vielen Menschen ist es sicher einfach egal. Vielleicht weil sie sich generell nicht auskennen und es garnicht bewerten können, weil sie bessere Alternativen schlicht nicht kennen oder weil sie es sich nicht leisten können (Apple Ökosystem, Profi-Software). >Aber ich denke da kommt was, aber halt in der Nische. Siehst du da konkret etwas, dass du benennen kannst? Ich sehe einige Entwickler, die sehr begeistert von funktionaler Programmierung sind, da das zu weniger Fehlern führt. Am Markt ist das aber eher eine Nische. Einige Fintech-Firmen nutzen es z.B. Auch haben moderne Sprachen wie Rust und Go nicht die Probleme, die C hat. Die sind bei Entwicklern durchaus beliebt und werden auch am Markt häufiger eingesetzt.
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